Step 4 - Interventionsvorbereitung
Dieses Kapitel befasst sich mit den Schritten, die einer konkreten Intervention vorangehen sollten. Von zentraler Bedeutung ist in diesem Zusammenhang die Auseinandersetzung mit den Zielen, die man sich steckt, als auch mit den Ressourcen, die zu deren Erreichung zur Verfügung stehen.
Die meisten Interventionen basieren auf spontanen Reaktionen, die zwar kurzfristig eine Entlastung bewirken, längerfristig aber am Grundproblem, an den Ursachen, nichts ändern.
Beispiel
Ein Schüler/eine Schülerin wird Zigaretten rauchend
im Schulhof erwischt.
Spontanreaktionen des Lehrers/der Lehrerin und die daraus resultierenden Folgen:
Bestrafung (nonverbal/verbal)
Folgen: Verstärkt negatives Verhalten, setzt den Selbstwert
der betroffenen Person herab; stellt sie vor den anderen
Schülern/Schülerinnen bloß.
Ignorieren
Folgen: Verstärkt negatives Verhalten, gibt keine
Orientierung, leistet dem unerwünschten Verhalten
Vorschub.
Delegieren
- an die Eltern: "Das ist Sache der Eltern ..."
- an die Kollegen/Kolleginnen: „Die sollen einmal aktiv werden..."
- an den Direktor/die Direktorin oder die Schulbehörde: "Ich verbrenne mir die Finger nicht ..."
Folgen: Keiner übernimmt die Initiative oder die Verantwortung. Gegenseitige
Schuldzuweisung; verstärkt das Gefühl der Ohnmacht (kann sowieso nichts
tun ...).