Ausblick: Was könnte in Zukunft hilfreich sein?
Hinsichtlich der Frage, in welcher Weise aus den Ergebnissen einer Intervention Lehren gezogen werden können, lassen sich keine allgemein gültigen Aussagen treffen. Es obliegt der Lehrperson nach Einschätzung der orts- und fallbezogenen Begebenheiten zu entscheiden, wieweit die gemachten Erfahrungen im Kreis der Kollegen/Kolleginnen weitergegeben werden können. Folgende Punkte sind hierbei zu beachten:
Kann positives bzw. negatives Feedback an Beteiligte die zukünftige Zusammenarbeit verbessern oder belasten?
Wird dem Persönlichkeitsschutz der direkt Betroffenen genügend Beachtung geschenkt?
Können hinderliche Rahmenbedingungen für künftige Interventionen verbessert werden?
Im Folgenden möchten wir auf einige Möglichkeiten hinweisen, die
sich grundsätzlich positiv auf die schulische Arbeit auswirken können.
Supervision
In Einzelsupervision oder Teamsupervision können beispielsweise Bedenken und Schwierigkeiten im Umgang mit verhaltensauffälligen Schüler/Schülerinnen thematisiert und neue Lösungsansätze gesucht werden.
Fortbildung
Im Rahmen individueller, aber auch schulinterner Fortbildung ist es sinnvoll,
sich mit den Bedingungen einer gesundheitsfördernden Schule auseinander
zu setzen. Suchen Sie im Rahmen der Fortbildung die Auseinandersetzung mit
Themen wie: Sucht, Gewalt, Konfliktverhalten, Sexualität, Unterschiede
in der Sozialisation von Jungen und Mädchen ...
Wenden Sie sich mit Ihren spezifischen Fortbildungswünschen an die schulischen
Fortbildungsträger.
Klasse
Miteinander reden ist der erste Schritt -/ und der Schulalltag bietet Übungsräume
dafür.
Ein guter Rahmen für soziales Lernen sind Klassengespräche, in denen
das Miteinander, die Art des Umgangs zwischen den Schülern/Schülerinnen,
aber auch zwischen Schülern/Schülerinnen und Lehrerpersonen zum Thema
gehören.
Team
Besteht innerhalb eines Kollegiums kein Konsens in Bezug auf Vorgehensweisen in schwierigen Situationen und enden Sitzungen häufig unergiebig, könnte dies der Anlass sein, Teamberatung oder Teamsupervision in Anspruch zu nehmen.
Entspannung
Genau wie Spannung ist Entspannung (über)lebensnotwendig. In der heutigen
Leistungsgesellschaft besteht die Gefahr, dass der Mensch nur an seiner Leistung
gemessen wird und dabei verlernt, sich auf natürliche Art zu entspannen.
Signale des daraus entstehenden Drucks sehen wir heute in tausend Schattierungen:
Nervosität, Beschwerden wie Bauch-, Rücken- und Kopfweh, Missbrauch
von Nikotin, Alkohol, Medikamenten, Heroin usw., aber auch Risikoverhalten
auf der Straße und in der Freizeit. Entspannung erfordert Zeit, Ruhe,
aber auch Offenheit neuen und unbekannten Methoden und Spielen gegenüber,
die auf den ersten Blick etwas merkwürdig erscheinen (Bewegungsspiele,
Sinnes- oder Atemübungen).
Beispiel: Beginnen Sie den Tag mit einer kurzen Meditation. Achten Sie im Tagesablauf
auf Momente der Spannung und Entspannung sowie der Besinnung.
Projektarbeit
Projektarbeit ermöglicht ein hohes Maß an Mitgestaltung durch die
Schüler/Schülerinnen. Es fördert lebendige Formen des Lernens
und nicht allein die Fach-, sondern ebenso die Sozialkompetenz.
Suchtpräventive Projekte bieten Lehrern/Lehrerinnen und Schülern/Schülerinnen
die Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen: Nicht allein über
den Umgang mit Suchtmitteln, sondern über Fragen, die Schüler/Schülerinnen
betreffen.
Wählen Sie mit den Schülern/Schülerinnen zusammen Themen rund
um die "Freuden und Leiden" des Erwachsenenwerdens aus, z. B. Frust
und Lust etc.
Die Dienststelle für Gesundheitserziehung, Deutsches Schulamt bietet Ihnen
Unterstützung in Form von Beratung und Materialien an.